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Weltgesundheitstag

Europäische Initiative zur Eindämmung von Typ-1-Diabetes

08.04.2016

Der Fokus des diesjährigen Weltgesundheitstags lag auf dem Thema Diabetes. Weltweit sind etwa 350 Millionen Menschen betroffen und die Zahl steigt stetig an. Doch gerade im Bereich Typ-1-Diabetes tut sich viel – auch und vor allem in Deutschland.

Die europäische Initiative GPPAD (Global Platform for the Prevention of Autoimmune Diabetes) hat sich die flächendeckende Einführung einer Risikobestimmung für Typ-1-Diabetes bei Neugeborenen zum Ziel gesetzt. In einem nächsten Schritt soll den ermittelten Risikopersonen eine antigen-basierte Therapie zur Verhinderung der Krankheit angeboten werden.
Basierend auf den Erfolg versprechenden Ergebnissen der Pre-POINT Studie und den Ergebnissen der gerade gestarteten Nachfolgestudie Pre-POINTearly, sollen insgesamt 1.160 Kinder im Alter zwischen vier und neun Monaten mit einem Erkrankungsrisiko für Typ-1-Diabetes von mindestens zehn Prozent an einer randomisierten kontrollierten Studie zur Primärprävention teilnehmen können. Dafür sollen 400.000 bis 500.000 Säuglinge im Rahmen des Neugeborenen-Screenings der Geburtskliniken oder der U2, U3 oder U4-Untersuchung beim Kinderarzt auf Diabetesrisikogene getestet werden.

Bei Pre-POINT erhielten Kinder im Alter zwischen zwei und sieben Jahren über bis zu 18 Monate einmal täglich Insulinpulver mit der Nahrung. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass orales Insulin das Immunsystem stimuliert, ohne Hypoglykämien hervorzurufen“, so Prof. Ezio Bonifacio vom DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien Dresden und Exzellenzcluster an der TU Dresden, der die multizentrische Studie leitete.

In der Pre-POINTearly Studie werden nun schon Kinder im Alter zwischen neun Monaten und zwei Jahren mit oralem Insulin behandelt. In diesem frühen Zeitfenster beginne häufig der Autoimmunprozess, erklärt Prof. Dr. Anette-G. Ziegler. Man erwarte die höchste Wirksamkeit präventiver Therapien, wenn dieser Prozess bei Beginn der Behandlung noch nicht eingesetzt hat. „Zum anderen sind die natürlichen Mechanismen, die zum Aufbau einer Immuntoleranz gegen nützliche Mikroorganismen und Nahrungsbestandteile führen, im Säuglingsalter noch voll aktiv“, so die Direktorin des an der GPPAD maßgeblich beteiligten Instituts für Diabetesforschung.

Insulin gilt als Schlüsselantigen, das den Autoimmunprozess möglicherweise in Gang setzt, der letztlich zu einem Typ-1-Diabetes führen kann. Die Wissenschaftler hoffen, die Erkrankung verhindern zu können, sofern das Immunsystem durch die Therapie mit Insulinpulver eine Toleranz gegenüber dem Insulin entwickeln sollte.

An GPPAD beteiligt sind neben dem Institut für Diabetesforschung, Helmholtz Zentrum München, weitere Studienzentren in Dresden, Hannover, Leipzig und Großbritannien. Unterstützt wird die Initiative durch den US-amerikanischen Leona M. & Harry B. Helmsley Charitable Trust.
Weitere Informationen: www.helmholtz-muenchen.de,  www.type-1-diabetes-prevention.org; www.typ1diabetes-verhindern.de

Quelle: www.idw-online.de; Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt