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Grundlagenforschung

MS UND DAS DARMMIKROBIOM

05.02.2018

Als Auslöser für Multiple Sklerose stehen seit einigen Jahren, bei entsprechender genetischer Veranlagung, Bakterien der natürlichen Darmflora unter Verdacht. Hartmut Wekerle und Gurumoorthy Krishnamoorthy von den Max-Planck-Instituten (MPI) für Neurobiologie und für Biochemie konnten nun mit Kollegen von der Ludwig-Maximilians-Universität München, dem MPI für Immunbiologie und Epigenetik und den Universitäten von California (San Francisco) und Münster erstmals zeigen, dass die Darmflora an MS erkrankter Patienten eine MS-ähnliche Krankheit im Tiermodell auslösen kann.

Im Rahmen des Kooperationsprojekts wurde deutschlandweit eine einzigartige Kohorte von mittlerweile mehr als 50 eineiigen Zwillingspaaren rekrutiert, bei denen jeweils ein Zwilling an MS erkrankt ist. Beim Vergleich der Darmflora der Zwillinge zeigten sich einige interessante, wenn auch subtile Unterschiede.

"Richtig spannend wurde es jedoch, als wir die keimfrei gehaltenen, genetisch veränderten Mäuse mit den jeweiligen menschlichen Mikrobiomen impften", berichtet Krishnamoorthy. Tiere, die Darmfloraproben der MSkranken Zwillinge bekamen, erkrankten zu fast hundert Prozent an der MSähnlichen Hirnentzündung. Die Untersuchungen bestätigten, dass Bestandteile der Darmflora von MSPatienten eine funktionelle Rolle bei der T-Zellaktivierung spielen und somit ein Auslöser für die Multiple Sklerose beim Menschen sein können.

"Nun kommt es darauf an, die in Frage kommenden Mikroorganismen weiter einzugrenzen und zu untersuchen", so Hartmut Wekerle. Diese Untersuchungen, gibt der Mediziner zu bedenken, würden sich sicher über Jahre hinwegziehen. Offen ist auch, ob und welche Diagnose- und Therapie verfahren daraus entstehen können.

(Quelle: Max-Planck-Institut für Neurobiologie/ www.emed-ms.de)