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Diabetes Typ 1 kündigt sich durch Antikörper an

Bluttest ermöglicht vorbeugende Behandlung

24.06.2013

In der größten internationalen Studie dieser Art fanden Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München heraus: An Diabetes Typ 1 erkranken junge Menschen innerhalb von maximal 20 Jahren nach dem ersten Auftreten sogenannter multipler Antikörper im Blut – je nach individuellen Eigenschaften früher oder später.

„Unsere Erkenntnisse erlauben es, die Diagnose Diabetes Typ 1 zu stellen, noch bevor die Krankheit sich klinisch zeigt“, sagt Professor Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler aus dem Vorstand der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und Direktorin des Instituts für Diabetesforschung des Helmholtz Zentrums München. Die frühe Erkennung biete auch Chancen für verbesserte und vorbeugende Therapien.
Behandlungen mit antigen-basierter Immuntherapie werden derzeit bei Kindern und jungen Erwachsenen mit Antikörpern erprobt. „Diabetes ist eine epidemisch um sich greifende Erkrankung. Sie steht deshalb im Fokus unserer Forschung“ so Professor Dr. rer. nat. Günther Wess, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Helmholtz Zentrums München. „Die Ergebnisse internationaler Studien zu diesem Thema zu vereinen, bringt eindeutigen Erkenntnisgewinn auf dem Weg zur personalisierten Medizin.“ Reihenuntersuchungen bei Kindern auf Antikörper wären durchaus sinnvoll, folgert  Ziegler: „Wenn wir durch Screenings die Antikörper-Träger identifizieren, ließen sich bereits jetzt schwere Stoffwechselentgleisungen verhindern.“ Aufgrund der neuen Erkenntnisse ließe sich Diabetes Typ 1 zukünftig in Krankheitsstadien einteilen und schon im präklinischen Stadium behandeln, meint Ziegler: „Wir wissen jetzt, ab wann die Uhr der Krankheit tickt und dass es keinen Weg zurück gibt – es sei denn, wir greifen wirksam vorbeugend ein.“

Quelle: www.helmholtz-muenchen.de