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Multiple Sklerose

HERPESVIREN ALS AUSLÖSER FÜR AUTOIMMUNERKRANKUNG?

17.01.2020

Erhöht eine frühe Infektion mit Herpes das Risiko, später an MS zu erkranken?

Ein neuer Nachweistest, der zwischen zwei Typen der humanen Herpesviren (HHV 6) unterscheiden kann, liefert neue Anhaltspunkte für mögliche Auslöser der Multiplen Sklerose (MS). Demnach könnte eine frühe Infektion mit HHV-6A zusammen mit dem Epstein-Barr-Virus eine Ursache für die Enstehung der Autoimmunerkrankung sein.

Mit humanen Herpesvieren infizieren sich die meisten Kinder in den ersten beiden Lebensjahren, der Subtyp HHV-6B verursacht das Drei-Tage-Fieber. Der Hypothese, dass eine frühe Infektion mit dem Subtyp HHV-6A das Risiko erhöht, später an MS zu erkranken, konnte bis jetzt nicht nachgegangen werden, da es keinen Antikörpertest gab, der zwischen beiden Typen unterscheiden konnte.

Einem Forscherteam um Anna Fogdell-Hahn vom Karolinska Institut in Stockholm gelang es nun, mit einem Test an 8742 schwedischen MS-Patienten und 7215 Gesunden die Proteine nachzuweisen, durch die sich die beiden Viren voneinander abgrenzen lassen. Die Forscher entdeckten dabei, dass die Virustypen in entgegengesetzter Weise wirken: Während Personen mit Antikörpern gegen das Protein IE1A ein um 55 Prozent erhöhtes Erkrankungsrisiko hatten, erkrankten Personen mit Antikörpern gegen das Protein IE1B seltener an MS.

Ein vergleichsweise hohes MS-Risiko hatten Personen, die gleichzeitig mit dem Epstein-Barr-Virus infiziert waren – nach Fogdell-Hahn könnte die Interaktion 24 Prozent des Erkrankungsrisikos ausmachen. Die Ergebnisse aus dem Test bestätigen fühere Studien, die nachwiesen, dass HHV-6A im Gegensatz zu HHV-6B die Oligodendrozyten infizieren kann, die im Gehirn für Produktion und Erhalt der Myelinscheiden verantwortlich sind – dem Hauptangriffsziel der Lymphozyten bei MS. Eine reaktivierte latente Infektion mit dem Herpesvirus könnte möglicherwiese die Reparatur der Myelinscheiden verhindern.

Quelle: www.aerzteblatt.de/nachrichten/107715/Herpesviren-koennten-Multiple-Sklerose-ausloesen