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Parkinson

NEUE THERAPIEOPTIONEN FÜR SPORADISCHE FORM?

14.04.2020

Für die sporadische Form des Parkinson, die über 90 Prozent der Patienten betrifft, ist es möglicherweise gelungen, die der Erkrankung zugrundeliegende Stoffwechselstörung näher zu ergründen: Offenbar besteht schon von Geburt an eine Störung der lysosomalen Zellreinigung.

Fünf bis zehn Prozent der Patienten weisen definierte monogene Mutationen, also Mutationen in nur einem Gen auf. Diese haben eines gemeinsam: Sie führen dazu, dass sich das mutierte Protein-Synuklein in dopaminergen Neuronen ablagert. Zwar baut ein zelleigenes Reinigungssystem in bestimmten Zellorganellen, den Lysosomen, diese -Synuklein-Verklumpungen ab, aber wenn die Aggregationen zu ausgeprägt sind oder eine lysosomale Insuffizienz besteht, führt die zunehmende-Synuklein-Anhäufung zum Absterben der Neuronen.

Bei den sogenannten sporadischen Parkinson-Erkrankungen, wird keine Genmutation gefunden. Vielmehr scheinen hier viele Faktoren zusammenzuspielen: So etwa eine durch Umweltfaktoren gesteigerte Synuklein-Produktion, aber auch eine Vielzahl kleiner genetischer Varianten, die in der Bevölkerung generell häufig vorkommen und das Parkinson-Risiko leicht erhöhen, und als „Parkinson-assoziiert“ gelten. Erst beim Zusammentreffen mehrerer solcher kleinen Genveränderungen werde eine Schwelle überschritten, so DGN-Experte Professor Dr. med. Günter Höglinger, und es komme zur Erkrankung. In einer Studie, die in der Zeitschrift Nature Medicine veröffentlicht wurde (www.nature.com/articles/s41591-019-0739-1), hatten Forscher gezielt die Blutzellen von Parkinson-Patienten untersucht, bei denen eine Vielzahl kleiner Parkinson-assoziierter Risiko-Varianten bei der Ganzgenom-Sequenzierung festgestellt worden waren.Im Ergebnis zeigte sich, dass bei späteren sporadischen Parkinson-Patienten bereits bei der Geburt eine spezielle zelluläre biochemische Parkinson-Signatur angelegt ist.

In nachfolgenden Versuchen gaben die Forscher einen Lysosomen-Aktivator zu den iPSC-Neuronen, und die pathologische Zell-Signatur normalisierte sich.

„Weiter in die Zukunft gedacht, könnte die Parkinson-Risiko-Konstellation im Rahmen des etablierten Stoffwechsel-Neugeborenenscreenings angeboten und frühzeitig eine Therapie der betroffenen Patienten begonnen werden“, erklärt Professor Dr. Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Darüber hinaus könne es der neue Ansatz ermöglichen, nun zielgerichtete Therapien für alle Parkinson-Patienten zu entwickeln.

Quelle und Infos: www.dgn.org/presse/pressemitteilungen/60-pressemitteilung-2019/3883-schluesselzur-parkinson-therapie-endlich-fuer-alle-patienten,
www.aerzteblatt.de/nachrichten/109458/Wiegestoerte-zellulaere-Abbauprozesse-an-der-Parkinson-Entwicklung-beteiligt-sind