Floriani Apotheke

Ihr kompetenter Ansprechpartner für alle Fragen rund um Arzneimittel

Rufen Sie uns kostenlos an unter

0800 – 56 00 943

Wir sind für Sie da!

Mo–Fr 8–18 Uhr
T 0800–560 09 43 (gebührenfrei)
T 040 822 28 65 19
T 040 370 85 95 8
F 040–822 28 65 17
servicefloriani-apotheke.de
Wichmannstr. 4 / Haus 9
22607 Hamburg

Videobeobachtung

WENN NERVEN ZELLEN SICH ISOLIEREN

06.05.2018

Hoffnung auf bessere Therapiemöglichkeiten z.B. von Patienten mit Multipler Sklerose

Im Fachmagazin „Current Biology“ waren kürzlich Videos veröffentlicht worden, in denen live die Bildung von Myelinschichten um Neuronen zu beobachten war. Als Studienobjekte diente das Rückenmark von Zebrafischen. Dabei stellten die Forscher fest, dass die unterschiedlichen Längen der einzelnen Myelinsegmente zwischen den Ranvier‘schen Schnürringen schon früh festgelegt werden: Schon wenige Tage nach dem Beginn der Myelinbildung stünde das Muster der Segmente fest.

Als die Wissenschaftler einzelne Myelinsegmente gezielt zerstörten, „erlebten wir eine Überraschung“, so Dr. Tim Czopka von der Technischen Universität München (TUM): Der Organismus stellte das ursprüngliche Muster meistens wieder her, so der Biologe. Nach einem festen Schema dehnten sich benachbarte Myelinsegmente zunächst aus, um die Lücke zu füllen. Anschließend wuchs zwischen ihnen das neue Segment an der Stelle des kaputten. Während seines Wachstums schrumpften die benachbarten Segmente wieder zurück, so dass das ursprüngliche Myelinmuster am Ende des Prozesses wieder hergestellt war.

„Unsere Beobachtungen legen nahe, dass nicht die myelinbildenden Zellen, die Oligodendrozyten, sondern die Axone bestimmen, wo Myelin gebildet wird“, sagt Czopka in der Mitteilung. „Man könnte sagen, dass sie am besten wissen, welches Muster für die ideale Übertragungsgeschwindigkeit benötigt wird.“

Das Erforschen der Oligodendrozytentätigkeit wird wohl trotzdem ein Schwerpunkt der künftigen Forschung bilden. Diese Zellen bilden die Myelinschicht aus Fetten und Eiweißen. Ein Oligodendrozyt bildet dabei Fortsätze zu einer Vielzahl von Axonen. Um ein Axon komplett mit einer Myelinschicht zu ummanteln, sind wiederum mehrere Oligodendrozyten nötig. Umso überraschender für die Forscher war deshalb, dass diese Zellen anscheinend keine entscheidende Rolle bei der Ausbildung eines Myelinmusters spielen.

Derzeit erforschen die Münchener, wie sie durch gezielt ausgelöste Nervenzellaktivitäten – und dadurch ausgelöste Botenstoffe – die Segmentbildung verändern können. Sie erhoffen sich durch das Verstehen des Zusammenspiels der Nervenelemente, zukünftig Patienten mit Erkrankungen des neurologischen Systems besser therapieren zu können, schreiben die Forscher. Dazu gehört beispielsweise auch die Behandlung von Patienten mit Multipler Sklerose. Gerade die Rolle der Axone bei Myelinbildung könne ihnen dabei helfen.

(Ärzte Zeitung online, 15.02.2018)